Zürich und seine Fans – Machtgehabe aus der Südkurve

Die Spieler des FC Zürich haben sich längst nicht mehr nur vor ihrem Trainer zu rechtfertigen. Stattdessen stehen Trainer, FCZ-Präsident und Club mit gesenktem Kopf vor der Südkurve und entschuldigen sich schon fast vor den vermeintlichen Fans, falls das Spiel nicht so gut gelaufen ist, wie erhofft.

Die selbst ernannten Richter der Fankurve sprechen vor den Spielern sogar Strafen aus, die diese ohne zu murren befolgen – etwa das Abgeben der Trikots nach dem 1:5 gegen Basel vor knapp über einem Jahr.

Statt das Fussball also ein Event für die ganze Familie bleibt, ähnelt die Zürcher Tribüne zunehmend mehr einem Schiedsgericht, das es sich auch nicht nehmen lassen würde, im geeigneten Moment zuzuschlagen.

Die Macht der Fans

Auch in Basel besteht das Problem gewaltbereiter Fans, das Trotz intensiver Fanarbeit nicht in den Griff zu bekommen ist. Toben sich die aggressiven Raufbolde nicht im Fussballstadion aus, dann attackieren sie vermummt die Polizei.

Allerdings haben die Täter auch nicht viel zu befürchten.Statt ernsthafter Konsequenzen baut sich bei den Ultras zunehmend mehr ein überzogenes Machtgefühl auf, dass sie durch Beleidigungen, Steinewerfen und körperliche Übergriffe in sich verankern.

Und wie ist es mit dem Fussballstab selbst? Folgt eine Konsequenz seitens der Spieler oder des Vereins? Nein. Statt dass sich dieser um den Erhalt alteingesessener Fans bemüht, wird klein beigegeben, was möglicherweise auch daran liegen mag, dass die Clubs keinen Einfluss darauf haben, wer in das Stadium gelassen werden darf und wer nicht.

Fans sind stärker

Schade nur sollte es tatsächlich so weit kommen, dass alle friedliebenden Fans aus dem Stadion getrieben werden, und nur noch eine Horde wilder Möchtegernfans ihr eigenes Spiel auf der Tribüne spielt.

Neben einer umfangreichen Fanarbeit, die möglicherweise langfristig zum Erfolg führt – und ja nicht immer so niederschmetternd, wie in Basel enden muss – haben es aber die Fussballfans auch selbst in der Hand, dem ein Ende zu setzen. Sicherlich nicht von heute auf morgen, doch von heute auf morgen ist die Südkurve mit all ihren gewaltbereiten Hooligans auch nicht entstanden.

Wenn sogar Spieler, Club und Trainer vergessen haben, dass Fussball mehr kann, als eine Kriegsplattform zu bieten, dann sollten die Fans sie daran erinnern. Und zwar jene Fans, die in Fussball eine Möglichkeit sehen, wirklich über sich selbst hinauszuwachsen. Jene Fans, die aus Freude am Spiel, aus Ehrgefühl und aus Treue zu ihrem Verein kommen – und nicht, um sich in ihrer Macht zu beweisen.

Was wollen die Fan-Angel

Genau das ist der Anstoss des Fan-Angel-Projektes. Damit die Tribüne wieder friedlich zurückerobert wird, können sich die Fan-Angels zusammentun und gemeinsam für ein Faires und freudvolles Fussballspiel eintreten. Und zwar gewaltfrei. Statt dem FCZ mit Beleidigungen und Druck entgegen zu treten, schliessen sich die Fan-Angel zusammen und stärken die Spieler. Statt das Versagen hervorzuheben, konzentriert sich ein Fan-Angel auf den nächsten Sieg. Denn ein guter Fan weiss: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel.

Du bist noch kein Fan-Angel? Dann wird es aber Zeit. Denn genau, wie bei den Ultras gilt: Gemeinsam sind wir stark.