Unsichtbare Helden: Sicherheitskräfte der Fussballstadien

Wenn wir eines aus den Anschlägen in Paris am 13. November 2015 gelernt haben, dann, dass der Terrorismus in Europa angekommen ist und als allgegenwärtige Gefahr betrachtet werden muss. Und davor ist auch der Fussball nicht gefeit. Als eine Art „Glück“ könnte es bezeichnet werden, dass ein Selbstmordattentäter, der am Eingang D versuchte, ins Stadion zu gelangen, von einem mutigen Sicherheitsmann entdeckt und aufgehalten wurde. Zwar gelang ihm die Flucht, nicht aber das Eindringen in das mit 80.000 Zuschauern gefüllte Stade de France, in welchem das Testspiel der französischen Nationalmannschaft gegen die deutsche stattfinden sollte.

Sicherheitsmann verhindert Schlimmeres in Paris

Natürlich hat der Sicherheitsmann an diesem Abend „nur seinen Job gemacht“. Doch nur Wenigen ist bewusst, dass er bei eben diesem Job jeden Tag seine Gesundheit, vielleicht sogar sein Leben aufs Spiel setzt. Auch an diesem Abend hätte der Terrorist als Reaktion auf seine „Entdeckung“ die Sprengstoffweste unmittelbar zünden können. Stattdessen suchte er die Flucht und sprengte nur wenige Minuten später seine Bombe ausserhalb des Stadions. Weitere Sicherheitskräfte stoppten seinen Komplizen an Toreingang H und verhinderten dadurch ebenfalls das Eindringen des Attentäters in das Stade de France. Auch dieser zündete seinen Sprengstoffgürtel nur wenig später in unmittelbarer Nähe des Stadions. Und es sollte noch eine dritte Detonation geben: Rund 300 Meter vom Stade de France entfernt in der Nähe einer McDonalds-Filiale. Hierbei kamen glücklicherweise keine weiteren Menschen ums Leben.

Massenpanik: Unkalkulierbare Gefahr in Fussball-Stadien

Es ist von Glück zu reden, dass keiner der Attentäter bis in das Stade de France und dadurch zu 80.000 Menschen auf engstem Raum durchdringen konnte. Dennoch waren alle drei Detonationen für die Zuschauer deutlich wahrnehmbar. Die Sicherheitskräfte sowie Initiatoren vor Ort konnten jedoch die Ausgänge abriegeln, Ruhe bewahren und das Spiel ungestört – und trotz aller weiteren tragischen Ereignisse in Paris an jenem Abend – fortsetzen. Dadurch verhinderten sie geistesgegenwärtig eine Massenpanik und alle Zuschauer wurden geordnet aus dem Stadion geleitet. „Massenpanik“, das ist nämlich eines der denkbar schlimmsten Szenarien in einem Fussball-Stadion. Hat sich die Menge einmal in Bewegung gesetzt, ist sie nicht mehr zu stoppen und überrennt alles und jeden in ihrem Weg.

Die Geistesgegenwart der Sicherheitskräfte in einer solchen Ausnahmesituation und trotz, dass sie nur wenige Minuten vorher einem Attentäter im Sprengstoffgürtel gegenüberstanden, verdient grössten Respekt und Anerkennung. Die Sicherheitskräfte in (allen) Fussball-Stadien sind deshalb unserer Meinung nach unsichtbare Helden und unsere heutigen „Fan-Angel“.